BRU-Magazin Heft 2 (1985) – Motorrad

Thema:
Motorrad

Jahrgang:
1985

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Zu diesem Heft:

Auf den ersten Blick erscheint der thematische Hauptaspekt dieses Heftes ungewöhnlich. Das Motorrad kommt in den Lehrplänen ftir Religionsunterricht an beruflichen Schulen nicht vor. Nun weiß man zwar, daß sich die Gegenstände des Religionsunterrichts im Laufe der Zeit verändern. Jedoch deuten keine Anzeichen darauf hin, daß wir Zeiten entgegengehen, in denen im Religionsunterricht über das Motorrad zu unterrichten ist. Dennoch halten wir es ftir legitim und geboten, dieses Heft dem Motorrad zu widmen. Warum? Das Motorrad gehört ganz eindeutig auf die Seite unserer Schüler. Ich kenne nur ganz wenige Berufsschulreligionslehrer, die selbst ein Motorrad besitzen und fahren. Die meisten von ihnen kennen ein solches Gefährt nur aus der Distanz. Vorurteile und Verurteilungen sind damit vorprogrammiert. Viele unserer Schiller jedoch leben mit dem Motorrad. Entweder tatsächlich oder in ihren Träumen, Wünschen, Hoffnungen. Das Motorrad kennzeichnet die Welt unserer Schüler. Es ist Ausdruck und Symbol ihrer Empfindungen, ihres Lebensgefühls. Es ist Symbol ihres "Standes". Wenn wir Motorrad sagen, dann meinen wir die Welt unserer Schüler. Und die müssen wir kennen, wenn wir Religionsunterricht erteilen. Wir müssen sensibler für sie werden. Unser Religionsunterricht erhebt den Anspruch, schülerorientiert zu sein. Bitte schön! Dann müssen wir auch wissen, wer unsere Schüler sind, wie sie leben, was sie umtreibt, woftir sie sich begeistern, wovor sie Angst haben, wem sie vertrauen ... Erst dann können - und müssen - wir uns der Frage stellen: Wie soll der Religionslehrer mit einem solchen Wissen umgehen? Wie kann er in diese Lebenswelt hinein etwas vermitteln? Wie kann er Evangelium vermitteln? Eine Zeigefingermoral ("Fahr' vorsichtig!") ist nicht das Gebotene, sie baut nicht auf, sondern macht kaputt. Verständnis aufbringen ist viel, Adäquates anbieten ist mehr. Aber was wäre adäquat? Soll sich der Religionslehrer eine Lederkombi anziehen und aufs Motorrad schwingen? Oder wird ein solches Tun als "Anbiederung" durchschaut? Soll er eine "Friedensrallay" organisieren? Oder einen Psalm intonieren: "Im frischen Fahrtwind will ich Dich loben!"? Und nun lesen Sie dieses Heft. Wir sagen "Motorrad", aber wir meinen mehr: Die Welt unserer Schüler, unsere Schüler selbst. Sie sind die wichtigste Determinante im Religionsunterricht.

Aus dem Inhalt

Inhaltsverzeichnis aus dem Heft

Seite Titel Untertitel Verfasser/In Schlagworte
6 Nicht für Schule und Beruf, für das Leben lernen wir Religionsunterricht an der Berufsschule als seelsorgerliches Handeln Marx, Paul Berufsschule
Religionsunterricht
Schüler
8 Berufsspezifisch oder allgemeinbildend? Thesen zu einer unerwünschten Polarisierung Marx, Günter
Peus, Gerhard
Religionsunterricht
Jugendlicher
Sinnfrage
10 Siehe, ich sende Euch Predigt anläßlich eines Drive bis in bis Gottesdienstes am 16.6.1984 in Goslar Kaufmann, Alfred Predigt
Symbol
12 Hoffnung auf Befreiung theologische Perspektiven zum Thema Motorradfahren Horstmann, Dietrich Jugend
Befreiung
Theologie
Sozialethik
Zukunft
18 Jugend und Motorrad Ergebnisse einer Schülerbefragung Branscheidt, Thomas Jugend
Verkehr
19 So erlebte ich die Zeit nach Uli's Unfall bis Erinnerungen die Angehörigen bis Perspektive Neumann, Britta Verkehr
Erfahrung
Angst
19 Deutschland bis Frankreich bis Spanien bis Non Stop bis Pausieren nur bei Bedarf! die Fahrerperspektive Neumann, Ulrich Verkehr
Risiko
20 Der Motorradfan Ergebnisse der Studie Jugend '81 Horstmann, Dietrich Jugend
Subkultur
Politik
Gruppe
23 Typologie der Motorradfahrer Leutsch, Susanne Persönlichkeitseigenschaft
Gruppe
24 Informationen, Gründe und Hintergründe zum Thema Leutsch, Susanne
Pohl, Klaus
Schneider, Dirk
Begeisterung
28 Die andere Eva Wandlungen eines biblischen Frauenbildes Siebel bis Robra Barbara Soziale_Rolle
Frau
Frau_in_der_Bibel
29 bis bis Siebel bis Robra, Barbara Symbol
Frau
34 Mary und Doris Wenn ich 'ne Knarre hab, verzichte ich auf alles! Ein Unterrichtsvorschlag Klein, Wolfgang Peer_group
Sozialisation
Freizeit
Subkultur